BUSINESSTALK

Wachstum kostet

Wenn Unternehmen wachsen möchten, kostet das in der Regel Geld. Deswegen ist es wichtig, sein Wachstum zu bündeln und gezielt zu investieren. Aber in welchen Bereichen investieren Vermögensverwalter derzeit am meisten in ihre Zukunft?

Die Herausforderungen sind vielfältig: Schwieriges Marktumfeld, Konkurrenzdruck durch kostengünstige passive Produkte und Online-Vermögensverwalter, die steigende Digitalisierung der Branche. Unabhängige Vermögensverwalter dürfen sich nicht ausruhen und müssen wachsen – und Wachstum kostet Geld.

Vor allem die steigende Digitalisierung fordert hier hohe Investitionen. Denn gelinde gesagt, ist die Finanzbranche noch nicht wirklich flächendeckend auf dem neuesten Stand, wenn es um das Thema Digitalisierung geht. Einer Umfrage von Ernst & Young zum Thema Digitalisierung zufolge sind 40 Prozent der Asset Manager noch in der Planungsphase, 43 Prozent konzentrieren sich auf einzelne Projekte und nur 17 Prozent gaben an, eine übergreifende digitale Strategie zu verfolgen.

Aber nicht nur in die IT muss investiert werden, sondern auch in neue Standorte, neues Personal und neue Strategien. Wo macht es für Vermögensverwalter am meisten Sinn, Geld zu investieren? Welche Investments sind unabdingbar? Und wo können Vermögensverwalter Geld im Rahmen ihres Wachstums sparen?

von Oliver Howard, Citywire

Dirk Russow
Accessio Kapital GmbH:

Die zwei größten Investitionsfelder unseres Unternehmens liegen im Personalbereich und der IT, speziell der firmeneigenen Software- Entwicklung. Accessio aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet „Wachstum“. Der Anspruch und die Komplexität unserer Dienstleistung – das „Financial Planning“ – erfordern hochqualifizierte Mitarbeiter (CFP, CFA etc.), wodurch die Personalkosten stark gestiegen sind. Durch die Vielzahl an Netzwerk-Partnerschaften mit Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wird unser Personalbedarf in den nächsten Jahren stark zunehmen.

Wir betreuen mit derzeit 31 Mitarbeitern rund 3200 Mandanten. Im Gegensatz zu klassischen Vermögensverwaltern praktizieren wir einen ganzheitlichen Ansatz. Wir prüfen neben dem Vermögensportfolio auch die Versicherungslösungen und beleuchten ebenso kritisch die Fremdfinanzierungen unserer Mandanten.

Die firmeneigene Software-Entwicklung hat die Investitionskosten von einer Million Euro bereits überschritten. Durch die firmeneigene Software-Entwicklung haben wir die Möglichkeit geschaffen, die gesamte finanzielle Situation unserer Mandanten auf analytisch konzeptionelle Weise auszuwerten, zu bewerten und im Einzelfall sinnvolle und optimale Alternativen aufzuzeigen.

Im Jahr 2019 streben wir mit der Einstellung von mindestens zehn neuen Mitarbeitern das stärkste Wachstum unser Firmenhistorie an.